61 Stützpunktgeräte und -fahrzeuge an die Feuerwehren in Oberösterreich übergeben

61 Stützpunktgeräte und -fahrzeuge an die Feuerwehren in Oberösterreich übergeben

In einem großen feierlichen Festakt wurden gestern, 28. September 2021, 61 Stützpunktgeräte und -fahrzeuge an die Feuerwehren in Oberösterreich übergeben. 300 Kamerad:innen und Gäste, unter ihnen der Präsident des Oö. Landtags Wolfgang Stanek, fanden sich zu der Veranstaltung ein. Kommandanten und Abordnungen der Mannschaft der Stützpunktfeuerwehren waren mit ihren Fahrzeugen und Geräten auch vor Ort, und präsentierten eine imposante Schau auf die übergebenen Gerätschaften.

Im Hof dem Oö. Landes-Feuerwehrverbandes versammelten sich die 52 Stützpunkt-Feuerwehren, die in den letzten 18 Monaten mit insgesamt 62 Fahrzeugen und Geräten ausgestattet worden sind. Stromaggregate, Boote, Wechselladekranfahrzeuge, Mulden, Rollcontainer mit spezieller Ausstattung, ein Tunnel-RLF und vieles mehr wurden vom offiziell von Oö. Landes-Feuerwehrverband übergeben. Sie stärken und stützen die Feuerwehren bei ihren Einsätzen, im Katastrophenschutz genauso wie in ihren Alltagseinsätzen. Mit einer Investitionssumme von ca. 5,6 Mio Euro wird das Stützpunktwesen in OÖ damit erheblich gestärkt.

Nach der Begrüßung durch LBD Robert Mayer und der Vorstellung der Fahrzeuge und Geräte durch LBD-STV Michael Hutterer, fand eine kurze Demonstration des Tunnel-RLFs durch die FF Hagenberg statt. Im Anschluss daran übernahm Feuerwehr-Kurat Adolf Trawöger die Segnung der Fahrzeuge.

 

Der Oö. LFV ist zum einen für die Ausbildung der Mitglieder zuständig, als Zentralleitung des Katastrophenschutzes der oö. Landesregierung plant, organisiert und finanziert er aber auch zu einem großen Teil das Stützpunktwesen in Oberösterreich.

In den letzten beiden Jahren wurde ein Konzept zur Sicherstellung der Schlagkraft der Feuerwehren entwickelt, das auf ganz Oberösterreich ausgelegt ist. Natürlich wurde im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie und den Unwettergeschehnissen diesen Sommer das Konzept weiter angepasst. Dieses betrifft nicht nur Einsatztaktik und Erreichbarkeit für regionale und überregionale Anforderungen. Es wurden auch die technischen Anforderungen im Lichte der neu zu erbringenden Leistungen der Feuerwehren modernisiert und optimiert. 

Die Stützpunktfahrzeuge werden so verteilt, dass die Erreichbarkeit an jedem Einsatzort zeitnah möglich ist. Die Pandemie-Einsätze der Feuerwehren und die Unwetter in diesem Sommer haben in aller Härte veranschaulicht, dass die Feuerwehren als Katastrophenschutz an vorderster Front stehen. Sie haben der Bevölkerung in Oberösterreich mit beeindruckender Einsatzbereitschaft aufgezeigt, was es heißt, schnell und mit großer Mannschaftsstärke Hilfe und Unterstützung zu erhalten.

Allerdings ist es nicht nur das Know-How, das mit dieser Hilfe einhergeht, sondern es sind auch die technischen Voraussetzungen die geschaffen werden müssen. Diese finden sich in genau jenen 61 Gerätschaften und Fahrzeugen wieder, die den Feuerwehren übergeben werden.

17 verschiedene Typen von Fahrzeugen und Geräten übergeben. 

Von Arbeitsboot über Rollcontainer, bis hin zu Wechselladekran-Fahrzeugen und dem Rüstlöschfahrzeug Tunnel. Insgesamt werden heute auf 52 Stützpunktfeuerwehren 61 technische Ausrüstungsgegenst.nde übergeben. Mit einer Investitionssumme von über 5,6 Mio Euro in den vergangenen 18 Monaten, durch das Land OÖ und den Oö. 

LFV, unterstreicht der Landes-Feuerwehrverband die Wichtigkeit des Stützpunktwesens und sichert somit auch in Zukunft die Einsatzbereitschaft und Schlagkraft der oö. Feuerwehren.

 

ROLLCONTAINER

Ein besonderes und neues Konzept wurde für die Logistik-Fahrzeuge geschaffen, also Fahrzeuge mit Ladeflächen und Ladeboardwänden.

Durch die wechselbare Beladung erhalten sie einen multifunktionalen Mehrfachnutzen, dh. sie können rasch für weitere Zwecke umgerüstet werden. Dafür wurden eigene Roll-Container-Systeme entwickelt z.B.: für Brände in Tunneln (RC Tunnel) die einen 7-köpfingen Angriffstrupp voll ausstatten können. Die Ölwehren wurden z.T. mit Logistik-Fahrzeugen ausgestattet und die gesamte Ausrüstung auf Rollcontainer umgestellt. Die Heuwehren wurden ebenso auf Rollcontainer umgestellt.

Neu ist, dass es auch Rollcontainer für Gefahrengutsauger gibt. Somit wurde ein multfunktionales Fahrzeug geschaffen, das auch im KAT-Schutz einsetzbar ist. Insgesamt wurden 19 Rollcontainer-Systeme ausgegeben.

 

BOOTE UND STROMANHÄNGER

Natürlich sind die Feuerwehren auch zu Wasser gut gerüstet mit Rettungsbooten, Feuerwehr-Rettungsbooten und einem Arbeitsboot. Obwohl die Gefahrenabwehr im Gemeindegebiet der Gemeinde selbst obliegt, hat der Oö. LFV dafür gesorgt, dass 127 Boote in verschiedenen Größen überregional und zu unterschiedlichen Zwecken bereitgestellt werden. Vom kleinen Rettungsboot über das Feuerwehrrettungsboot bis hin zum größten, dem Arbeitsboot das eine 9 Personen Besatzung aufnehmen kann. Taucher werden damit an Einsatzstellen gebracht, Menschen- und Tierrettungen durchgeführt und Brände vom Wasser aus bekämpft.

STROMA 100:

Die Themen Blackout und großflächige Stromausfälle sind auch dieses Jahr wieder in aller Munde. Jedem Bezirk steht nun ein Stromerzeuger auf Tandemachsanhänger mit einer Leistung von 100kVA zu Verfügung. Gemeinsam mit den Aggregaten in den Einsatzfahrzeugen und den fixen Aggregaten in den Feuerwehrhäusern sichern sie die Einsatzbereitschaft im Großschadensfall und können zur Sicherung der kritischen Infrastruktur herangezogen werden.

 

WECHSELLADEKRANFAHRZEUG K1 & K2 ABROLLBEHÄLTER

WLF-K1 & 2:

Das Wechselladefahrzeug mit Kran gibt es in 2 Ausführungen (mittelschwerer und schwerer Kran), die sich vorrangig in der Hubleistung unterscheiden. Beide Fahrzeuge sind mit Hakenliften ausgestattet und können jederzeit standardisierte Abrollbehälter transportieren.

Abrollbehälter Mulde (AB-Mulde):

Die Anforderungen an die Feuerwehren werden stetig komplexer: mit dem verstärkten Elektro-Fahrzeugen aufkommen ändern sich auch die Anforderungen an den technischen Einsatz gravierend. Batteriebrände können bis zu 100h nach einem Unfall noch reagieren/brennen und dafür braucht es Möglichkeiten diese Fahrzeuge sicher transportieren bzw. in Quarantäne setzen zu können. Die AB-Mulde verfügt über die Möglichkeit das Fahrzeug im äußersten Notfall zu fluten und ist mit einer zusätzlichen Sprinkleranlage ausgerüstet. Aber auch allgemeine Transportaufgaben können durchgeführt werden.

Abrollbehälter Katastrophenschutz (AB-LKS):

Diese wechselbaren Großaufbauten bieten in Verbindung mit unseren Trägerfahrzeugen die gleiche Flexibilität im Großen, was die Rollcontainer im Kleinen bieten. Durch Hakenlifte auf den Trägerfahrzeugen sind diese schnell aufnehmbar und mit dem richtigen Abrollbehälter zu versehen. Dies Erweiterung im Feuerwehrlogistik-System bringen wesentliche Vorteile in das Stützpunktwesen und den KAT-Schutz ein.

 

ATEMSCHUTZFAHRZEUG / MANNSCHAFTSTRANSPORTFAHRZEUG / TUNNELRETTUNG

Atemschutzfahrzeug & ASF-Logistik:

Zusätzlich zu den bestehenden 16 Atemschutz-Stützpunkten wird die FF Bad Goisern neu mit einem ASF ausgestattet. Dieses Fahrzeug enthält eine Vollständige Ausrüstung mit Langzeitpressluftatmern und kann bei längeren Einsätzen zum Füllen der Pressluftatmer angefordert werden. Abgestimmt auf die Einsatzerfordernisse der FF Wels wurde ein Logistikfahrzeug mit spezieller Ausstattung und Ausrüstung angeschafft. Mit 22 Pressluftatmern, über 50 Reserveflaschen und Vollschutzanzügen ist dieses Fahrzeug für schwere Einsätze gerüstet

MTF Tunnelrettung:

Dieses MTF wurde speziell für den Tunneleinsatz zum Transport von Einsatzkräften im Tunnel, als Kompensationsmaßnahme für den Bosrucktunnel, neu geschaffen. Jeder der 8 Sitzplätze ist mit Pressluftatmern ausgestattet. Eine Umluft-Filteranlage mit ca. 400 mÑ Umluftvolumen sorgt für Sicherheit im Fahrzeug, welches im Heck auch die Möglichkeit einer flexiblen RC-Bestückung bietet.

 

RÜSTLÖSCHFAHRZEUG TUNNEL

RLF-T 2000:

Die neueste Generation des Rüstlöschfahrzeug Tunnels ist mit zusätzlicher Ausrüstung für Einsätze in Straßentunnels ausgestattet. Solcherlei Einsätze sind eine extrem gefährliche Einsatztätigkeit. Deshalb braucht es für die gesamte Einsatzmannschaft im Fahrzeug eine komplette Schutzausrüstung: für jeden der 7 Besatzungsmitglieder ist jeweils ein Atemschutzgerät vorhanden. Zusätzlich bietet das RLF Tunnel eine Rettungsplattform, eine Wärmebildkamera und einen Wasserwerfer am Dach der im Fahrzeug per Fernsteuerung bedient werden kann. Dies und mehr sind als Zusatzfunktion im Tunneleinsatz, zum Schutz der Besatzung und der Sicherheit, unabdingbar.

 

QUELLE: OÖ. LFV / Fotocredit: © Hermann Kollinger, Hubert Wilflingseder, Philipp Fürst

Das könnte Sie interessieren!

Widerstand gegen die Staatsgewalt

09. 12. 2021 | Blaulicht

Widerstand gegen die Staatsgewalt

Betreiber einer Suchtmittel-Indoor-Anlage zuckte aus und attackierte bei Eintreffen der Polizei das Einsatzfahrzeug und bedrohte zwei Polizeibeamte.

Schneesituation sorgt für zahlreiche Unfälle

09. 12. 2021 | Blaulicht

Schneesituation sorgt für zahlreiche Unfälle

Frontalzusammenstoß auf schneeglatter Fahrbahn; Lkw krachte gegen Heck eines Transporters.

Alkoholkontrollen im Bezirk Vöcklabruck

08. 12. 2021 | Blaulicht

Alkoholkontrollen im Bezirk Vöcklabruck

In der Nacht zum 8. Dezember 2021 führten Polizisten der Polizeiinspektion Unterach in den Mondseelandgemeinden Alkoholkontrollen durch

14-Jähriger verletzt 15-Jährigen mit Messer

07. 12. 2021 | Blaulicht

14-Jähriger verletzt 15-Jährigen mit Messer

Landeskriminalamt OÖ - Am 4. Dezember 2021 um 17:30 Uhr kam es in Enns zwischen einem 14-Jährigen aus dem Bezirk Gmunden und einem 15-Jährigen aus dem Bezi...

Opferstock-Einbrecher festgenommen

07. 12. 2021 | Blaulicht

Opferstock-Einbrecher festgenommen

Bezirk Freistadt - Die Polizei in Königswiesen wurde am 6. Dezember 2021 gegen 17 Uhr durch die Polizei Arbesbach um Mitfahndung nach einem verdächtigen PK...