Apotheken meistgenutzte Anlaufstelle für Gesundheitsfragen in Coronakrise

Apotheken meistgenutzte Anlaufstelle für Gesundheitsfragen in Coronakrise

Umfrage in der österreichischen Bevölkerung unterstreicht hohe Relevanz der Apotheken

 

  • Überwiegende Mehrheit von 78 Prozent hatte in der Krise gute Erfahrungen mit den Apotheken.
  • Nur 17 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher haben keine Apotheke genutzt.
  • Zwei Drittel der Befragten geben an, dass ihre Arztordination während der Lockdown-Wochen nicht wie sonst geöffnet hatte.
  • 94 Prozent der Befragten halten es für wichtig, eine Apotheke in unmittelbarer Nähe zu haben.

Zum Ende der Ausgangsbeschränkungen, in denen die Apotheken durchgehend geöffnet waren und die Versorgung der Bevölkerung mit Medikamenten sichergestellt haben, ließ der Österreichische Apothekerverband eine repräsentative Online-Umfrage (Sample: 600 Teilnehmer) durchführen. „Nach diesen enormen Anstrengungen, die jede einzelne Apotheke in Österreich in der Zeit des Lockdown bewältigt hat, wollten wir von den Menschen wissen, wie zufrieden sie mit den Leistungen der Apotheken in dieser großen Gesundheitskrise waren – auch im Vergleich zu anderen Angeboten im Gesundheitssystem“, erläutert Mag. Jürgen Rehak, Präsident des Österreichischen Apothekerverbands.

Apotheken Nummer 1 unter den Gesundheitsdienstleistern

Insgesamt haben 78 Prozent der Bevölkerung während der Cornakrise sehr gute oder gute Erfahrungen mit Apotheken gemacht. Es folgen mit großem Abstand die Arztordinationen mit insgesamt 26 Prozent positiven Erfahrungen, auf dem dritten Platz liegt die Gesundheitshotline 1450 mit 20 Prozent, dicht gefolgt von den Spitalsambulanzen mit 19 Prozent (siehe Grafik). Nur 17 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher hatten in dieser Zeit übrigens keinen Kontakt mit einer Apotheke. Hingegen gaben 66 Prozent der Befragten an, die Ordination ihres Hausarztes wäre in den Krisenwochen nicht oder nur mit Einschränkungen geöffnet gewesen. Dass die Apothekerinnen und Apotheker im Gegensatz dazu die gesamte Zeit über stets als Erstanlaufstelle in allen Fragen der Gesundheit verfügbar waren, rechnen ihnen die Österreicherinnen und Österreicher hoch an. Ganze 97 Prozent gaben im Rahmen der Befragung an, dass sie die flächendeckende Versorgung durch die Apotheken in dieser Zeit sehr schätzen. 94 Prozent stimmten der Aussage zu, dass die Coronakrise gezeigt habe, wie wichtig es ist, eine Apotheke in der Nähe zu haben. „Es freut uns sehr, dass die Österreicherinnen und Österreicher den enormen Einsatz der Apotheken in diesen außergewöhnlichen Wochen wahrgenommen haben. Mehr denn je weiß man diesen niederschwelligen, wohnortnahen Zugang zum Gesundheitssystem wieder zu schätzen“, resümiert Andreas Hoyer, Vizepräsident des Österreichischen Apothekerverbands und appelliert an Politik und Systempartner, am Erfolgsmodell des Apothekenvorbehalts in Österreich festzuhalten und es weiter zu stärken.

Bevölkerung wünscht sich Fortsetzung der Erleichterungen bei wiederkehrenden Rezepten

Die Anfang Mai durchgeführte Befragung im Auftrag des Apothekerverbands zeigt auch eine mehrheitliche Zustimmung zu der in der Krise kurzerhand geschaffenen Möglichkeit, Rezepte für verschreibungspflichtige Medikamente in der Apotheke ohne Arztbesuch bzw. schriftliches Rezept einzulösen. 88 Prozent sprechen den Wunsch aus, dieses Service sollte unbedingt nach der Krise aufrechterhalten werden. Unter jenen Menschen, die regelmäßig Medikamente einnehmen müssen, ist der Wunsch nach einer Dauerlösung noch ausgeprägter. Dieses Bedürfnis in der Bevölkerung nach einer Entbürokratisierung und Vereinfachung wird von den Interessensvertretungen der Apothekerinnen und Apotheker durchaus ernst genommen und unterstützt. Die Fortführung des papierlosen Rezepts bedarf jedoch noch vieler Klärungen und technischer Verbesserungen, denn in der Coronakrise hat das e-Rezept in den Apotheken enormen Mehraufwand erzeugt. Apothekerverbandspräsident Rehak betont: „Die rechtlichen, vertraglichen und technischen Mängel des e-Rezepts sind klar zu Tage getreten und müssen zuerst in den Griff bekommen werden, bevor das System dauerhaft eingeführt werden kann. Außerdem sind Gesundheitskasse und Politik gefordert, für die Apotheken über Abgeltungen und vertragliche Vereinbarungen einen Ausgleich für den Mehraufwand zu schaffen.“ Nur unter diesen Voraussetzungen kann das e-Rezept seine effizienzsteigernde Wirkung entfalten.

Quelle, Grafik: Österreichischer Apothekerverband Mag. Ralph Luger – Stabstelle Kommunikation / ots

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