Ein Schnupfen alleine ist noch kein COVID-19-Symptom

Ein Schnupfen alleine ist noch kein COVID-19-Symptom

Erkältung, Grippe oder gar Corona? Dr. Tilman Königswieser, Experte der OÖ Gesundheitsholding im Corona-Krisenstab des Landes Oberösterreich klärt auf

Mit der Herbstzeit beginnt wieder die Erkältungszeit. Viele Menschen sorgen sich nun bei rinnender Nase und kratzigem Hals, ob es sich um eine harmlose Erkältung, um eine Grippe oder gar um COVID-19 handelt. Daher die gute Nachricht zuerst: Ein Schnupfen alleine ist in der Regel harmlos und noch kein Grund, eine COVID-19- Erkrankung zu befürchten. Vorsichtig bleiben sollten aber alle, auch ohne Symptome.

Je mehr wir uns in der kalten Jahreszeit in geschlossenen, nicht ausreichend durchlüfteten Räumen aufhalten, umso anfälliger sind wir für Infektionen aller Art. Es wird mehr gehustet und geniest, Viren und Bakterien verbreiten sich vermehrt über Tröpfchen und Aerosole in der Luft und können von anderen eingeatmet werden. Umso wichtiger ist, dass wir weiterhin Abstand halten, auf die Hygiene achten und bei Kontakten einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Doch trotz aller Gesundheitsmaßnahmen kann nicht alles zum Erliegen kommen, nur weil die Nase läuft.

Fieber und trockener Husten sind klassische COVID-19-Symptome

„Zu den typischen Corona-Anzeichen zählt ein trockener Husten ohne Schleimproduktion. Zusätzlich kann Kurzatmigkeit auftreten. Bei einer Grippe kann das zwar auch passieren, aber das ist seltener“, klärt Dr. Tilman Königswieser, Experte der OÖ Gesundheitsholding im Corona-Krisenstab des Landes Oberösterreich auf. „Viele COVID-19-Erkrankte bekommen außerdem sehr hohes Fieber, wobei die Temperatur meist innerhalb von kurzer Zeit auffällig stark ansteigt. Bei einer Grippe ist Fieber ebenfalls üblich, jedoch nimmt die Körpertemperatur dann meistens nicht so schlagartig zu.“ Etliche PatientInnen entwickeln zudem eine Lungen- entzündung und weitere, etwas seltenere Symptome. Die meisten Fälle verlaufen aber äußerst unterschiedlich und viele Betroffene bleiben gar symptomlos.

Ohnehin ist aber auch eine Grippe sehr ernst zu nehmen: „Wenn Sie krank sind, bleiben Sie möglichst zu Hause und beobachten Sie Ihre Symptome. Wenn Sie vermuten, dass es sich um Corona handeln könnte, rufen Sie die telefonische Gesundheitsberatung 1450 an und isolieren Sie sich“, rät Königswieser.

Aufpassen bei Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns

In jedem Fall ist SARS-CoV-2 noch viel ansteckender als eine Grippe und die Verläufe können heftiger ausfallen. Bei vielen COVID-19-Erkrankten kommt es zu einem Verlust des Geschmacks- und Geruchssinns. Häufig klagen PatientInnen auch über einen unerklärlichen, ausgeprägten Müdigkeits- und Erschöpfungszustand, der wie aus dem Nichts auftritt. Beobachtet jemand an sich solche Veränderungen, möglicherweise gepaart mit weiteren Symptomen, dann ist ein Test durchaus sinnvoll. Bei Durchfall und plötzlich auftretenden Bauchschmerzen ist ebenfalls Vorsicht geboten, dahinter muss aber nicht zwangsläufig eine Corona-Erkrankung stecken. Auch der Unterschied zwischen einer Allergie und einer schwerwiegenden Erkrankung ist nicht immer sofort auszumachen. Allerdings greift eine starke Allergie oder Erkältung tendenziell eher die unteren Atemwege an, während SARS- CoV-2 vor allem die oberen Atemwege betrifft.

Symptome ernst nehmen und richtig einordnen

„Für medizinische Laien ist es natürlich besonders schwierig, zwischen einer Erkältung, einer Grippe und COVID-19 zu unterscheiden und viele sorgen sich verständlicherweise: wegen dem, was wir wissen, und auch wegen dem, was wir alles noch nicht wissen“, sagt Königswieser. „Grundsätzlich ist es so, dass eine Erkältung meistens eher schleichend kommt, eine Grippe Menschen relativ schnell ausknockt und COVID-19 mit unterschiedlichsten Symptomen und Verläufen einhergeht, die dabei sehr schubweise auftreten können.“

Besonders wichtig ist für Königswieser, dass mögliche Symptome ernst genommen und richtig eingeordnet werden: „Ein Schnupfen alleine ist noch kein Corona-Symptom, bei einem Schnupfen gemeinsam mit trockenem Husten und stark steigendem Fieber sollten hingegen die Alarmglocken läuten.“

Quelle: Mag.a Jutta Oberweger, Konzernpressesprecherin  //  Fotocredit: ©shutterstock/Maridav

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