Frauen im Widerstand - Wettbewerb für Bildende Künstlerinnen* ist entschieden

Frauen im Widerstand - Wettbewerb für Bildende Künstlerinnen* ist entschieden

Links Mariel Rodriguez, rechts Sabrina Kern

Der vom Land Oberösterreich initiierte und von der OÖ Landes-Kultur GmbH in Kooperation mit der Kunstuniversität Linz organisierte Wettbewerb ist entschieden. Das Projekt von Sabrina Kern und Mariel Rodriguez konnte in einem 2-stufigen Verfahren die hochkarätige und nur mit Frauen besetzte Jury überzeugen und wird 2022 im OÖ Kulturquartier einen würdigen und zentralen Platz erhalten.

Die Rolle von Frauen im Widerstand wird bisher von der Gesellschaft kaum beachtet, und auch in der Gedenkkultur fehlt ein Ort, der ausschließlich diesem Zweck gewidmet ist. Dafür wird nun in Oberösterreich ein Ort geschaffen: mit dem OÖ Kulturquartier wurde ein prominenter und würdiger Platz für dieses innovative und einzigartige Projekt mitten in der Landeshauptstadt festgelegt. 

„Engagiert hat die Oberösterreichische Landeskultur GmbH dieses wichtige Thema aufgegriffen und gemeinsam mit der Kunstuniversität Linz ein vorbildliches Auswahlverfahren organisiert. Es gab 48 Einreichungen und eine ausgezeichnete Jury, bei der ich mich ausdrücklich bedanken möchte. Die öffentliche Präsentation und Diskussion der letzten vier Projekte in der Kunstuniversität machten den Prozess transparent. Das ausgewählte Projekt steht für eine zeitgemäße Form einer Skulptur im öffentlichen Raum“, unterstreicht Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer.

5 vor 12. Unerhörter Widerstand: Ein Projekt von Sabrina Kern und Mariel Rodriguez
Das Mahnmal von Kern/Rodriguez schweigt nicht, es schreit jeden Samstag um 5 vor 12 laut und kollektiv für ca. eine Minute auf dem OK-Platz auf. Unter der Woche flüstert es.

„5 vor 12“ ist ein auditives Erinnerungsdenkmal, das durch skulpturale Schallwellen sichtbar gemacht wird. Die zeichenhafte Form wird ins Dreidimensionale übertragen und die überdimensionale Installation aus poliertem Edelstahl gleicht einem betretbaren Megaphon. Aus dem Inneren tönen sowohl der Aufschrei als auch die geflüsterten Erinnerungen an die widerständigen Frauen* gegen das NS-Regime in Oberösterreich.

„5 vor 12“ stellt einen Gegenwartsbezug her, indem die Künstlerinnen heute politisch aktive bzw. widerständige Frauen* als Sprecherinnen* gewinnen. Der zweite Teil des Titels „Unerhörter Widerstand“ verweist auf die fehlende Wahrnehmung des Widerstands von Frauen*, dem Kern/Rodriguez mit ihrem Denkmal entgegenwirken wollen. Dieser Auslassung setzen die beiden Künstlerinnen* einen Aufschrei entgegen.

Sabrina Kern ist Medienkulturwissenschaftlerin und bildende Künstlerin. Sie ist in Salzburg geboren, lebt und arbeitet in Linz. Sie absolvierte das Diplomstudium Bildende Kunst / Experimentelle Gestaltung und das Masterstudium Medienkultur- und Kunsttheorien an der Kunstuniversität Linz. Die inhaltlichen Schwerpunkte ihrer künstlerischen wie wissenschaftlichen Arbeit drehen sich um die Thematiken Erinnerungskulturen, NS-Zeit, NS-Täter und -Täterinnen, „Trümmerfrauen“/Nachkriegszeit. Ihr wissenschaftlicher Fokus liegt auf den Medien Denkmäler, Film, Fernsehen und Ausstellungen. Aktuell arbeitet sie als Universitätsassistentin in der Abteilung Ästhetik und Pragmatik audiovisueller Medien an der Kunstuniversität Linz. 

Mariel Rodriguez Rodriguez, ist bildende Künstlerin und Kulturwissenschaftlerin aus Mexiko-Stadt, sie lebt und arbeitet seit 2011 in Österreich. Ihre künstlerische Praxis ist theoretisch getrieben und verbindet verschiedene Perspektiven des dekolonialen Denkens, der kritischen und Gender Studies mit dem Ziel, Verbindungen zwischen Identitätskonstruktionen und Fragen der Repräsentation mit einer intersektionalen Perspektive zu erforschen. Sie hat einen Bachelor-Abschluss in Geisteswissenschaften von der Universidad de las Américas in Puebla und einen Master-Abschluss in Kritischen Studien von der Akademie der bildenden Künste Wien, wo sie derzeit ihre Dissertation schreibt. Seit 2020 arbeitet sie als Universitätsassistentin in der Abteilung für künstlerische Wissenspraktiken an der Kunstuniversität Linz. 

Quelle: Land OÖ  //  Fotocredit: Mark Sengstbratl

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