Mauthausen Memorial

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Lebenswege nach Mauthausen. Neue vertiefende Bildungsangebote

Mit einem Bildungsschwerpunkt und mehreren neuen Vermittlungs-Angeboten startet die KZ-Gedenkstätte Mauthausen in den Herbst. Die neuen Formate sollen einen Besuch in Mauthausen und Gusen vertiefen und in ein Gesamtkonzept einbetten. "Es ist wichtig, dass wir auf die Menschen zugehen", sagt Direktorin Barbara Glück.

"Lebenswege nach Mauthausen" umfasst insgesamt 14 Biografien, die speziell für junge Menschen einen Besuch an der Gedenkstätte in eine Vor- und Nachbereitung einbetten. Vermittler*innen der Gedenkstätte, Illustrator*innen unter der Leitung von Walter Fröhlich (Kunstschule Wien) und das pädagogische Team am Mauthausen Memorial gestalteten 14 Begleithefte und eine eigene Webseite. "Das Unterrichtsmaterial ‚Lebenswege nach Mauthausen‘ unterstützt Lehrer*innen bei der Vor- und Nachbereitung eines Besuches an der KZ-Gedenkstätte Mauthausen", sagt Gudrun Blohberger, pädagogische Leiterin am Mauthausen Memorial. Dieses neue Angebot richtet sich an Schülerinnen und Schüler ab der 8. Schulstufe. "Lebenswege nach Mauthausen" erzählt in kurzen, sprachlich einfach gehaltenen und aufwendig illustrierten Texten die Biografien von Menschen, die im KZ Mauthausen inhaftiert waren, im Lager Verbrechen begangen haben oder im Umfeld des Lagers lebten.

Historisches Wissen und aktuelle Fragen der Gedenkkultur werden auch beim neuen Rundgangsformat Mauthausen – Gusen angesprochen: "Was blieb und was verschwand". Mauthausen ist ein kleiner Ort an der Donau, der aufgrund seiner NS-Vergangenheit weit über die Grenzen Österreichs hinaus bekannt ist. Gusen, ist ebenso ein kleiner Ort an der Donau, den jedoch nur selten jemand kennt. Während nach 1945 im ehemaligen "Stammlager" Mauthausen eine Gedenkstätte eingerichtet worden ist, verschwand das ähnlich große, vier Kilometer entfernte "Zweiglager" Gusen fast gänzlich aus dem öffentlichen Gedächtnis. Mit dieser Diskrepanz wird unter anderem während des Rundgangs gearbeitet. 
"Die Weiterentwicklung der Gedenkstätte Gusen ist eine große Aufgabe für uns, der wir uns gerne stellen und die wir gemeinsam mit vielen Partner*innen national und international Schritt für Schritt umsetzen wollen", sagt Barbara Glück.

"Das Mauthausen-Memorial leistet einen zentralen Beitrag für moderne und zeitgemäße Gedenkkultur in Österreich. Die ständige Weiterentwicklung der Bildungsangebote und die Neugestaltung der Gedenkstätte in Gusen sind hierbei wichtige Eckpfeiler", so Karl Nehammer.

Während der Covid19-Pandemie legte die KZ-Gedenkstätte besonderes Augenmerk auf die digitale Weiterentwicklung unterschiedlicher Vermittlungsangebote:
Nach erfolgreicher Pilotphase wird in Kürze ein neues Online-Workshop-Format angeboten: "Gedenkstätte digital: Mit Abstand" richtet sich an Schülerinnen und Schüler ab der 8. Schulstufe. Via Videokonferenz können Gruppe im Klassenzimmer auch im Heimunterricht betreut werden. Als Ergänzung eines Besuchs an Ort und Stelle, soll die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Themenbereichen rund um das ehemalige KZ und die NS-Zeit und damit verbundenen auch aktuellen Fragestellungen intensiviert und unterstützt werden. Dieses Format wird voraussichtlich ab Dezember buchbar sein.

Quelle: BMI  //  Fotocredit: ©  BMI/Alexander Tuma

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