"Mit Maßnahmenmix effektiv gegen Gender Pay Gap vorgehen"

"Mit Maßnahmenmix effektiv gegen Gender Pay Gap vorgehen"

Am 5. November 2021 nahmen Bundesministerin Susanne Raab und Bundesminister Martin Kocher an einer Pressekonferenz zum Thema „100 Prozent - Gleichstellung zahlt sich aus“ teil.

"Als Frauenministerin ist mir die Gleichstellung von Frauen am Arbeitsmarkt ein zentrales Anliegen. Sie ist essenziell für die finanzielle Unabhängigkeit von Frauen, für ein gleichberechtigtes Mitgestalten und für die Vorbeugung gegen Altersarmut", sagte Frauenministerin Susanne Raab bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Arbeitsminister Martin Kocher zum Projekt "100 Prozent – Gleichstellung zahlt sich aus".

Die finanzielle Unabhängigkeit von Frauen sei die Basis für die Selbstbestimmung. "Das ist unser Ziel. Jede Frau in Österreich muss selbstbestimmt leben können", betonte Raab. Beim gleichberechtigten Miteinander gehe es nicht nur um den Selbstzweck, sondern auch um die Nutzung des Arbeitskräftepotentials für die Unternehmen. Zudem sei auch der langfristige Zweck – die Vorbeugung von Altersarmut – zentral. "Wir wissen, dass Frauen um ein Drittel weniger Pension erhalten als Männer. Daher setzen wir alles daran, Frauen aus der Altersarmut zu bekommen. Die Gleichstellung von Frauen und Männern auf dem Arbeitsmarkt ist dafür essenziell", bekräftigte die Ministerin.

Auch wenn in den letzten Jahren Verbesserungen erzielt worden seien, sei der Gender Pay Gap in Österreich noch immer viel zu groß. Man müsse daher bei unterschiedlichen Hebeln ansetzen. So variiere etwa die Branchenwahl nach wie vor stark, Frauen und Mädchen würden oft Berufe wählen, die schlechter entlohnt werden. "Hier müssen wir langfristig ansetzen, damit wir den Mädchen zeigen, dass sie etwa auch in MINT-Berufe einsteigen können." Auch spielen die häufige Teilzeitbeschäftigung von Frauen und die Altersarmut eine große Rolle. "Es braucht einen Maßnahmenmix, um effektiv gegen den Gender Pay Gap vorzugehen", betonte die Frauenministerin.

Allianzen mit Ressorts und Unternehmen schmieden

Gleichstellung sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Es gelte daher, Allianzen mit anderen Ressorts ebenso wie mit Unternehmerinnen und Unternehmern zu schmieden. "Dem Projekt '100 Prozent Gleichstellung' möchte ich meine höchste Wertschätzung und Anerkennung aussprechen. Ich bin davon überzeugt, dass man gemeinsam mit den Unternehmen arbeiten und ein Arbeitsumfeld schaffen soll, das Gleichstellung und Frauenkarrieren fördert", so Susanne Raab. "Initiativen wie 100 Prozent Gleichstellung sind wichtig, damit Frauenförderung direkt in den Unternehmen passiert und diese dabei individuell begleitet werden. Ich freue mich, dass wir in Österreich zahlreiche Unternehmen haben, die das Thema Gleichstellung wirklich ernst nehmen." Zudem gebe es in Österreich bereits die Gütesigel "EqualitA" und "Familienfreundliche Unternehmen", mit denen Unternehmen ausgezeichnet werden, die im Sinne der Gleichstellung und der besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf das Unternehmen organisieren und strukturieren.

Dennoch trage auch die Politik eine Verantwortung, so die Ministerin. "Wir arbeiten aktuell an verschiedenen Maßnahmen. Besonders wichtig ist, dass jede Frau das Lebensmodell wählen kann, das sie selbst möchte. Wenn eine Frau, nachdem sie ein Kind zur Welt gebracht hat, schnell wieder in den Beruf einsteigen möchte, dann soll und muss das möglich sein. Daher wird der Bund massiv in die Kinderbetreuung investieren." Ein weiterer Schwerpunkt liege im MINT-Bereich, um Mädchen für diese Branchen zu begeistern. Zudem werde sie auch mit den anderen Ressorts kooperieren, um die Gleichstellung in der Arbeitswelt weiter zu fördern, so die Frauenministerin abschließend.

Quelle: BKA  //  Fotocredit: BKA/Christopher Dunker

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