Sensationelle Erfolge bei internationaler Chemieolympiade

Das österreich. Team bei der Mendeleev-Chemieolympiade: v.l.n.r. Maciej Swiatek (Wien, Bronze), Maximilian Spitaler (NÖ, Silber), Lukas Rost (NÖ), Marie Eder (Wien)   ©Paul Glanzer

Österreichische Schüler holten sich trotz schwieriger Online-Umsetzung vier Medaillen. Das österreichische Team bei der Mendeleev-Chemieolympiade: v.l.n.r. Maciej Swiatek (Wien, Bronze), Maximilian Spitaler (NÖ, Silber), Lukas Rost (NÖ), Marie Eder (Wien)

Das Ergebnis ließ heuer lange auf sich warten, doch nun ist es gewiss: Österreich errang vier Medaillen bei der Internationalen Chemieolympiade (IChO). Der Wettbewerb hätte eigentlich in Istanbul stattfinden sollen, wurde allerdings aufgrund der Pandemie in eine Online-Prüfung umgewandelt. Die österreichischen Teilnehmer holten sensationell zwei Silber- und zwei Bronzemedaillen.

Es war wie jedes Jahr ein harter Wettbewerb mit großer Konkurrenz: 235 Schülerinnen und Schüler aus 60 Nationen traten in einer fünfstündigen, umfangreichen Prüfung gegeneinander an. Die vier österreichischen Teilnehmer hatten sich im Laufe des Unterrichtsjahres in einem zweistufigen Auswahlprozess für die Internationale Chemieolympiade qualifiziert.

Auch heimische Wettbewerbe durch Pandemie eingeschränkt

1833 Schülerinnen und Schüler begannen im Herbst an ihren Schulen mit Vorbereitungskursen und stellten sich im Anschluss den Wettbewerben. Lockdown, Schulschließungen, Veranstaltungsabsagen verlangten sowohl dem Organisationsteam der Österreichischen Chemieolympiade als auch allen Teilnehmern einiges ab. „Unsere anfänglichen Sorgen um die Möglichkeiten einer Austragung mögen angesichts der globalen Probleme als unangebracht erscheinen. Man darf aber nicht vergessen, dass viele Jugendliche oft ein Jahr auf den nächsten nationalen oder internationalen Bewerb hingearbeitet haben und daher zunächst sehr frustriert waren“, meint Georg Schellander, Bundeskoordinator der Österreichischen Chemieolympiade.

Dank moderner Möglichkeiten der Vernetzung und dank großartiger Unterstützung aus vielen Richtungen kam es anders: In Österreich wurde in kurzer Zeit ein zweistufiger Ersatz-Wettbewerb auf die Beine gestellt. „Das Bildungsministerium hat das in dankenswerter Weise unkompliziert genehmigt und finanziert und auch unser langjähriger Partner, der Fachverband der Chemischen Industrie, hat uns wieder finanziell unterstützt und dadurch die Austragung ermöglicht“, zeigt sich Bundeskoordinator Schellander zufrieden. Von 485 Teilnehmer/innen der ersten Stufe qualifizierten sich 31 für die Stufe zwei. Mit Online-Vorlesungen, einer eigenen Moodle-Lernplattform und vor allem viel eigenständiger Arbeit machten sie sich mit Fragen der Chemie vertraut, die man nicht in der Schule lernt. „Es lag uns viel daran, dass chemiebegeisterte Schüler trotz Pandemie ihr Wissen mit dem ihrer internationalen Kollegen messen konnten und nach einem Jahr intensiver Vorbereitung ihre großartigen Leistungen unter Beweis stellen konnten“, begründet Sylvia Hofinger, Geschäftsführerin des Fachverbandes der Chemischen Industrie die Unterstützung.

Ein fünfstündiger Theoriewettbewerb, geschrieben in den eigenen vier Wänden unter Online-Videoüberwachung, ersetzte heuer den österreichischen Bundeswettbewerb. Magdalena Lederbauer (Wien/NÖ) konnte ihren Sieg vom Vorjahr wiederholen. Maximilian Spitaler, ein Schüler aus Hollabrunn, NÖ wurde zweiter und kommentiert: „Meine Freude war groß, denn so blieb die monatelange Vorbereitung des vergangenen Schuljahrs nicht unvollendet und konnte auch trotz räumlicher Trennung einen Abschluss finden.“

Österreicher international erfolgreich

Im Juli fand neben der internationalen Chemieolympiade auch noch die Internationale Mendeleev-Chemieolympiade (IMChO) und am 25.7. nun auch die Internationale Chemieolympiade (IChO). „Beide Bewerbe haben unglaublich hohe fachliche Anforderungen, die IMChO fast noch mehr als die IChO.“ meint Schellander.

An der Mendeleev-Olympiade nahm Österreich heuer zum zweiten Mal teil und das abermals durchaus erfolgreich: Maximilian Spitaler (NÖ) holte Silber, Maciej Swiatek (Wien) errang eine Bronzemedaille.

Bei der IChO, die heuer von der Türkei ausgerichtet, vorbereitet und trotz COVID durchgeführt wurde, errang jede/r aus dem vierköpfigen österreichischen Team eine Medaille: Silber gab es für Magdalena Lederbauer (Wien/NÖ) und Maximilian Spitaler (NÖ), Bronze für Maciej Swiatek (Wien) und Lukas Rost (NÖ).

Begabungsförderung braucht Unterstützung

Dass in kurzer Zeit alternative Formen für diese den Jugendlichen so wichtigen Bewerbe eingerichtet wurden, ist gemeinsamen Anstrengungen von Schüler/innen, ehemaligen Teilnehmer/innen und Lehrer/innen zu verdanken. „Ich glaube, dass wir dank des unglaublich engagierten Teams der österreichischen Chemieolympiade das Beste aus der derzeitigen Situation machen konnten, wenngleich natürlich die Praxis und vor allem die soziale Komponente der Chemieolympiade gefehlt haben.“ meint Marie Eder, Maturantin aus Wien und Teilnehmerin an der IMChO, und ergänzt: „Auch wenn dieses Jahr alles anders als geplant gelaufen ist, habe ich bei den Ersatzwettbewerben der ÖChO und der online-Mendeleevolympiade viel dazulernen dürfen.“

„Die Herausforderungen, vor die uns das Virus stellt, machen die Wichtigkeit der chemisch-naturwissenschaftlichen Forschung und Entwicklung deutlich. Diese braucht kluge und engagierte junge Menschen wie die, welche in der Chemieolympiade ihr Bestes geben“, sind sich Hofinger und Schellander einig.

Quelle: FCIO Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs Dorothea Pritz / ots  //  Fotocredit: ©Paul Glanzer

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