Welser FH-Wissenschaftler lösen das Rätsel um die weibliche Person aus dem Metallsarg aus Litzlberg

Welser FH-Wissenschaftler lösen das Rätsel um die weibliche Person aus dem Metallsarg aus Litzlberg

Nachdem bereits die zwei Hauptfiguren der weltberühmten Saliera vom Kunsthistorischem Museum in Wien und antike, griechische Funde aus dem Akropolis-Museum in Athen durchleuchtet wurden, können die FH-Wissenschaftler nun einen neuen Erfolg vermelden

Identifizierung mit Hilfe der industriellen Computertomografie

Die FH OÖ in Wels verfügt über vier industrielle Computertomografen zur zerstörungsfreien Werkstoffprüfung. Nachdem bereits die zwei Hauptfiguren der weltberühmten Saliera vom Kunsthistorischem Museum in Wien und antike, griechische Funde aus dem Akropolis-Museum in Athen durchleuchtet wurden, können die FH-Wissenschaftler nun einen neuen Erfolg vermelden: Die dem in Litzlberg gefundenen Metallsarg beigelegte Grabbeigabe, eine gefaltete, korrodierte Kupferplatte, wurde im Auftrag der OÖ Landes-Kultur GmbH im Forschungslabor analysiert. Sie wurde durchleuchtet und musste nicht geöffnet oder verändert werden. Die Computertomografiebilder entschlüsselten die Grabinschrift und somit kann die weibliche Person zweifelsfrei identifiziert werden.

„Mit Computertomografie konnte die Inschrift in der dem Sarg beigelegten Kupfertafel gelesen werden. Damit konnte nachgewiesen werden, dass der Metallsarg von der Adeligen Anna Englin von Wagrain stammt, die 1620 begraben wurde. Dies war eine besondere Herausforderung, weil die Kupfertafel sehr korrodiert und deformiert war“, sagt FH-Prof. PD DI Dr. Johann Kastner.

FH OÖ in Wels der Nabel der industriellen Computertomografie

Die FH OÖ in Wels betreibt seit 16 Jahren Röntgen-CT (Computertomografie) für industrielle Anwendungen. Im 2-Jahres-Rhythmus findet seit 2006 eine große internationale iCT-Tagung am Campus Wels statt, zu der jedes Mal etwa 300 Wissenschaftler*innen aus der ganzen Welt kommen, um sich über die neuesten Trends in der Computertomografie auszutauschen.

Mit den industriellen Computertomografen am FH OÖ Campus Wels werden grundsätzlich neue Verfahren zur zerstörungsfreien Werkstoffprüfung entwickelt. Diese Hightechgeräte, die Werkstoffe auf Fehlerhaftigkeit, Haltbarkeit und Belastungsfähigkeit überprüfen, ohne den Werkstoff zu zerstören, bringen den beteiligten Firmen neue Wettbewerbschancen durch eine genauere und kostengünstigere Prüfung. Die Forschungsarbeiten werden in enger Kooperation mit Partnern aus der Industrie wie FACC, Borealis, Peak Technology, Fronius, voestalpine AG, NEMAK, RHI und vielen weiteren Firmen durchgeführt.

„Unsere Computertomografie-Ausstattung für die zerstörungsfreie Werkstoffprüfung und In-situ-Charakterisierung ist in Österreich einzigartig“, so Johann Kastner weiter. „Vergleichen kann man diese industriellen CTs mit der landläufig bekannten „Röhre“ oder dem medizinischen Computertomografen im Krankenhaus. Auch dort werden dreidimensionale Abbilder vom menschlichen Körper erzeugt. Jedoch ist dieser industrielle CT um ein Vielfaches leistungsfähiger und genauer. Man kann damit beispielsweise Bauteile für die Flugzeug- oder Automobilindustrie mit einer Genauigkeit von unter einem Mikrometer auf Fehler durchleuchten“, erklärt der F&E-Prokurist der FH Oberösterreich.

Quelle: FH-Prof. PD DI Dr. Johann Kastner, Leiter F&E FH OÖ //  Fotocredit: ©FH OÖ

 

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