ZUKUNFT ISCHL - Bad Ischl hat 56 Millionen Euro Schulden

ZUKUNFT ISCHL - Bad Ischl hat 56 Millionen Euro Schulden

Geht es nach Bürgermeister-Stv. Hannes Mathes und Finanzstadtrat Hannes Bauer (beide ZUKUNFT ISCHL) sollen anstatt hoher Schulden zukünftig Transparenz und Nachhaltigkeit die Ischler Gemeindefinanzen dominieren

Hohe Schulden belasten Bad Ischl - Trauriger Spitzenreiter im Bezirk, 4. Platz in OÖ

Keine Schonfrist gibt es für den neuen Finanzreferenten der Kaiserstadt, Stadtrat Hannes Bauer von ZUKUNFT ISCHL musste er zu seiner Überraschung feststellen, dass das Stadtbudget in ernster und schwieriger Verfassung ist. Mit über 56 Millionen Euro an Schulden und einer Pro-Kopf-Verschuldung von über € 4.000.- ist Bad Ischl trauriger Spitzenreiter im Bezirk Gmunden. Gegenüber der Bezirkshauptstadt weist Ischl um sage und schreibe 40% mehr Verbindlichkeiten aus. „Dazu kommt, dass unsere Stadt keine gute Einnahmen-Situation hat – in Gmunden werden beispielsweise über 7 Millionen Euro an Kommunalsteuern eingenommen, Ischl hingegen schafft mit 3,4 Mio. Euro nur weniger als die Hälfte“, so Bauer in einer ersten Analyse. Im Klartext heißt das: Bei gleicher Einwohnerzahlt hat Ischl hat 40% mehr Schulden und gleichzeitig weniger als die Hälfte der Kommunalsteuer-Einnahmen als die Bezirkshauptstadt. „Eine äußerst problematische Mischung“, stellt auch Bürgerlisten-Chef Hannes Mathes fest. Im Landesvergleich liegt man gleich hinter den Statutarstädten Wels, Linz und Steyr auf Platz vier – auch das sei laut Bauer kein Ruhmesblatt. Diese, für Bad Ischl wenig schmeichelhaften Zahlen über die Verbindlichkeiten gehen aus einem aktuellen Bericht des Landes Oberösterreich hervor.

Kaiserstadt ist Schuldenkaiser im Bezirk

„Mit diesen Werten sind wir Schuldenkaiser im Bezirk“, stellt Bauer ernüchtert fest. Deshalb müsse man schon jetzt gegensteuern und dürfe in einem ersten Schritt bereits im Budget 2022 möglichst keine weiteren neuen Schulden machen. „Wir haben mehrfach einen Kassasturz gefordert – deshalb muss sofort im Jänner ein Budget-Gipfel stattfinden und die Finanzlage der Stadt schonungslos aufgearbeitet werden“, unterstützt Bürgermeister-Stellvertreter Hannes Mathes seinen Stadtrat dabei, rasch eine Prüfung der finanziellen Vergangenheit von Bad Ischl zu beschließen. Ebenfalls muss der Gemeinderat eine mehrjährige Planung entwickeln, um zu vermeiden, dass die Stadt Bad Ischl auf Dauer zu einer Abgangsgemeinde wird. „Eines ist mir als Finanzstadtrat besonders wichtig: bevor Prestige-Projekte wie ein neues Rathaus oder ähnliche Ideen auch nur überlegt werden, müssen die täglichen Leistungen für die Bevölkerung im Bereich der Infrastruktur und der Sozialleistungen, die Unterstützung für die Sport-, Kultur- und aller anderen Vereine, der Sicherheitsbereich, sowie die Sanierung der Schulen und auch Förderungen für die corona-geprüfte Wirtschaft sichergestellt werden“, nennt Hannes Bauer einige der Fix-Ausgaben des Ischler Budgets.

Zinserhöhungen könnten nur schwer verkraftet werden

Besonders bedrohlich sind für den Finanzstadtrat von ZUKUNFT ISCHL die Zinszahlungen, die mit den Schulden in direktem Zusammenhang stehen. „Zur Zeit sind die Zinsen abgeschafft – was aber, wenn zur Bekämpfung der Inflation die Zinsen angehoben werden, wie man das aus Finanzkreisen immer öfter hört?“, wirft Bauer ein ernstes Thema auf, das weder die Stadt noch die kreditgebenden Banken beeinflussen können. „Hier sind wir den internationalen Finanzmärkten ausgeliefert und denen ist es egal, ob in Ischl beispielsweise die Volksschulen saniert werden müssen oder unsere Kultureinrichtungen in Schuss gehalten werden – der Zins muss bezahlt werden und für andere Themen würde dann das Geld fehlen“, so Bauer. Deshalb müsse man sofort beginnen die Schulden reduzieren und nicht wie im Budget-Entwurf vorgesehen, sich noch mehr zu verschulden.

Jetzt für Transparenz und Nachhaltigkeit sorgen

Für Mathes und Bauer ist daher Transparenz und Nachhaltigkeit das Gebot der Stunde. Es braucht jetzt eine eindeutige Übereinkunft aller Parteien zur Klärung der Ischler Gemeindefinanzen – das ist die Grundvoraussetzung, damit der Gemeinderat zukünftig erfolgreich für die Stadt und ihre Menschen arbeiten kann“, fordern die beiden Verantwortungsträger die Unterstützung aller politischer Kräfte der Kaiserstadt ein. Denn, so die Vertreter von ZUKUNFT ISCHL, „Durch den Polit-Erdrutsch vom Herbst sind zwei Drittel der Stadträte neu in ihrem Amt und auch drei Viertel der Gemeinderäte haben erstmals nach einer Wahl ein Mandat angenommen“, berichtet Hannes Mathes, um fortzufahren: „Jeder einzelne von den neuen Verantwortungsträgern hat das Recht, ordentliche und belastbare Informationen über die Finanzlage der Stadt haben um die richtigen Entscheidungen für die Zukunft von Ischl treffen zu können“ so der Chef von ZUKUNFT ISCHL. Deshalb müssen nun Transparenz, Expertenwissen und politische Einigkeit im Ischler Gemeinderat einkehren. „Wenn Klimaschutz, Regionalität und leistbarer Wohnraum zukünftige Schwerpunkte sein sollen, dann müssen auch die Gemeindefinanzen in Ordnung sein“, geben Bürgermeister-Stellvertreter Mathes und Finanzstadtrat Bauer die Marschrichtung vor.

Quelle: Thomas Plieseis    //   Fotocredit: ©Hörmandinger

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